Texte zur Inspiration


Die Seele und das wahre Selbst

Wir Menschen haben alle eine Seele, die uns von Lebensbeginn an mitgegeben ist, sie ist ein unglaubliches Geschenk.

Die Seele hat zweierlei Qualitäten. Sie verbindet uns mit unserer Herkunft, dem Ewigen, Göttlichen, das das wahre Zuhause bildet, aus dem wir kommen und wohin wir gehen. Und sie enthält Botschaften, die zur inneren Stimmigkeit führen und so helfen, auf der Erde anzukommen, zur jeweils eigenen Form und Gestalt zu finden und ein wahres Selbst zu leben.

Eine Seele geht über alles Irdische hinaus, sie enthält das Unzerstörbare, Unverletzliche und niemals Getrennte in uns, was auch immer im Leben geschieht. Sie hilft so, auf der Erde anzukommen und mit der damit verbundenen Zerstörbarkeit, Verletzlichkeit und Getrenntheit zu leben.

Mit der Seele kommen wir auf die Welt, doch sie ist bei der Geburt noch ungeformt. Um eine einzigartige eigene Person zu werden, braucht es eine Psyche, eine liebevolle Ich-Instanz, die der Seele folgt und dient. Eine solche dem wahren Selbst dienende Psyche hilft, die Weisheit, das Wissen und die Botschaften der Seele in uns wahrzunehmen, darin Halt zu finden und danach zu leben.

Ein wahres Selbst meint, keinem eigenen Bild, keiner Idee und Vorstellung, wie man sein möchte oder sein sollte zu folgen und von keinen Interpretationen und Erwartungen von außen geprägt zu werden. Es ist nicht willentlich gemacht, sondern bedeutet, in eine innere Führung zu vertrauen.

Im Unterschied zur Seele ist eine Psyche uns nicht mitgegeben, sie hat sich erst zu entwickeln und ist daher oft biographisch beeinflusst.

Sie kann sich bilden, wenn die Seele von einem Gegenüber gesehen ist und so Ermutigung geschieht, ihren Botschaften zu folgen.

Eine der Seele folgende Psyche lässt einen Selbstbezug erwachsen, der auch alle Um- und Abwege im Leben liebevoll versteht und stets von Neuem eine innere Ausrichtung ermöglicht. Sie wertet nie, da sie alles umfasst und über eine innere Spaltung in gut und böse weit hinausgeht.

Ein wahres Selbst ist unser größter Schutz. Es verhindert nicht die Verletzlichkeit, sondern lässt uns darin in unendlicher Liebe da sein, so dass aus ihr heraus in die wahre Unverletzlichkeit entsteht.

Ein wahres Selbst lässt die Seele in uns leuchten, es bringt uns wirklich auf die Welt, indem die Form sich geführt, geborgen und gehalten weiß.     

 

Eva Neuner, Dezember 2017  

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